Der Verein während der Zeit des Nationalsozialismus

Im Jahr 1933 verstirbt das Ehrenmitglied Franz Miltenberger. Das Standkonzert am Karsamstag findet auf dem Hindenburgplatz, in den die Nationalsozialisten den Römer umbenannt hatten, statt. In den folgenden Jahren begleitet die Musikkapelle verschieden nationale Veranstaltungen. Am 12. August 1933 findet das jährliche Konzert erstmals im Gasthaus Zum Löwen statt.

Erst 1935 feiert der Musikverein sein 10-jähriges Bestehen mit einer Feier mit anschließendem Ball im Saalbau Kunkel. Gabriel Mann wird bei der Reichs- Musikkammer als Verantwortlicher für die Ausübung der Laien- Musik im Verein gemeldet. Die Gleichschaltung des öffentlichen Lebens durch die Nationalsozialisten dringt bis auf die Vereine durch. Die Blaskapelle hat nur noch 14 aktive Musiker. Die Vorstandschaft unter Leo Jung und Heinrich Scheer wird einstimmig wiedergewählt.

Im Jahr 1936 kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Verein und Bürgermeister Alexander. Peter Rittger sen., Peter Rittger jun. und Hermann Rittger werden zu einer Aussprache über den „Fall Peter Rittger sen.“ ins Rathaus bestellt. Über den Fall sind keine Einzelheiten bekannt. Das Standkonzert findet in diesem Jahr am Oberen Tor vor dem Haus des Bürgermeisters Alexander statt. Toni Jung wird beauftragt Fanfarenbläser zur Bildung eines Spielmannszuges auszubilden. Die Vereinsaktivitäten werden eingestellt und ruhen bis 1954. Musik wird auch weiterhin betrieben. Unter der Leitung der Hitler- Jugend besteht ein Spielmannszug mit Fanfaren, Querflöten und Landsknechtstrommeln.

Im 2. Weltkrieg kommen Blas- und Streichmusik in Kleinwallstadt allmählich ganz zum Erliegen. Einige Idealisten versuchen ohne nennenswerte Erfolge auch ohne Vereinsbindung die Blechmusik vor dem Untergang zu bewahren.

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